Ich will doch nur spielen! [06.06.2015]

Ja meine Pause bezüglich des Blogs dauert noch ein wenig an. Allerdings habe ich versprochen zu meinem neuen Spielzeug ein paar Worte zu tippen. Daher erscheint dieser Beitrag auch auf einer gesonderten Seite und nicht im Feed. Es folgt trockene Theorie 😛

Vor ein paar Tagen überkam mich spontan die Lust, mich wieder ein wenig mehr der Technik zu widmen. Früher, während meiner Ausbildung, hatte ich sehr viel Freude damit. Damals hatte ich einen Dell XPS M1330. Den kleinen habe ich wirklich geknechtet. Regelmäßig gab es ein anderes OS, Dauerbetrieb und spielen an der Leistungsgrenze. Wobei so viel Leistung hatte er ja nicht 😉

Auf jeden Fall hat mir das Gerät treue Dienste geleistet und es hat meinen Ansprüchen voll und ganz genügt. Auch wurde meine Meinung über Dell durchaus besser. Schlecht war sie aber vorher auch nicht wirklich, sonst hätte ich mir das Gerät ja nicht gekauft.

Genau so einen Allrounder wollte ich wieder und das für ein schmales Budget. Denn eigentlich will ich ja nur etwas spielen und experimentieren. Das Problem ist, dass alles was Spaß macht recht schnell recht viel Geld kostet. Wer in irgendeiner Weise mit Technik zu tun hat dürft das wohl problemlos nachvollziehen können.

In den letzten Jahren habe ich mich sehr für Mac OS begeistern können. Ein anderes Betriebssystem benutzen zu müssen stimmt mich nicht wirklich fröhlich. Also warum nicht beides kombinieren?!

Es sollte also ein Hackintosh oder besser gesagt ein “Hackbook” werden. Zumindest in der Theorie.

Ich persönlich finde die meisten Geräte von Apple toll und habe selbst einige Zuhause stehen. Ich habe einen sehr gut funktionierenden Mac Mini in Benutzung und bin sehr zufrieden damit. Früher hatte ich auch noch ein Macbook Pro, welches ich aber zu selten benutzte.

Mir geht es hier auschließlich um die die technischen Spielereien und um nichts anderes. Wer einen Mac haben will, der soll sich einen kaufen. Letztendlich wird ein “Hackintosh” einen Mac nie zu 100% ersetzen können. Irgendetwas ist ja immer.

Zurück zum Ausgangspunkt: Es wird ein Laptop/Notebook/Netbook gesucht, was für die Installation von Mac OS geeignet ist. Google ist da recht hilfreich 🙂 Ich hatte gute Erfahrungen mit Dell und auch von den Geräten von Lenovo hatte ich nur gutes gehört.

Bei Lenovo etwas bezahlbares im unteren Preisssegment zu finden war schwierig. Gebrauchte Geräte waren verhältnismäßig teuer und leider auch von der Garantie ausgeschlossen. Ganz ehrlich wollte ich für diese Spielerei auch keine 400 – 600 Euro ausgeben.

Bei Dell sah es da schon anders aus. Ich hatte ein Wochenende mit verlockenden Preisen erwischt. Schnell noch gesucht ob auf dem gewünschten Modell auch OSX läuft und zack glühte die Kreditkarte 😉

Es wurde also ein Dell Inspiron 3000 (3551) mit folgenden Specs:

– Intel Pentium N3540 Quad Core Mobile Processor
– 4GB PC3-12800 DDR3 Memory
– 500GB 5400rpm SATA Hard Drive
– 15.6″ WXGA (1366×768) Display with 720p Webcam
– 802.11b/g/n Wireless, Bluetooth
– One USB 3.0, Two USB 2.0, HDMI, 6-in-1 Card Reader
– Windows 8.1

Das Gerät ist keine Power-Machine, allerdings kann man für 251,10€ nicht wirklich viel mehr erwarten!

Laut dem tollen Internet kann man in dem kleinen Inspiron nur 4GB RAM verbauen. Der Prozessor kann aber theoretisch 8GB adressieren. Also habe ich für 83,40€ noch einen 8GB-RAM-Riegel versorgt, den der kleine auch brav adressiert.

Sicher wäre das günstiger gegangen. Allerdings wollte ich den selben Hersteller wie des alten Riegels. Samsung ist diesbezüglich etwas teurer 😉

Wenn der Prozessor schon keine Wunderwaffe ist, dann soll zumindest der Arbeitsspeicher ausreichend verfügbar sein. RAM ist eben durch nichts zu ersetzen wie durch noch mehr RAM. Ich finde in der heutigen Zeit sind 8GB eine gängige Größe womit man durchaus arbeiten kann.

Alles in allem habe ich für 334,50€ einen recht ordentlichen Laptop erstanden, der von der Hardware her gar nicht so schlecht dasteht. Da ich mit dem mitgelieferten Windows 8.1 auf Kriegsfuß stehe, habe ich nochmal knapp 50€ für eine Windwows-7-Ultimate-DVD mit Lizenz ausgegeben. Das hätte nicht sein müssen, allerdings ist das wenigstens benutzbar. Ein Upgrade auf Windows 10 wäre damit wohl auch möglich. Mal anschauen kann man sich es ja.

Damit ich nicht zu viel technischen Kram herumliegen habe, habe ich mich für den neuen Laptop von meinem iPad mini 2 getrennt. Erstens ist das gute Stück auch schon ein paar Tage alt und zweitens habe ich vor mir ein größeres iPhone zu kaufen wenn es Geld regnet 😉

Das iPad mini wäre demnächst also sowieso verschwunden und somit hielten sich die Ausgaben insgesamt in Grenzen. Später irgendwann werde ich dem Dell vielleicht noch eine SSD oder eine größere/schnellere HDD spendieren.

Aber für den Anfang tut es auch die eingebaute 500GB HDD. So richtig weiß ich ja auch noch nicht mit welchem OS er langfristig laufen wird. Aber dazu später mehr.

Erste Probleme

Basteln wäre nicht basteln, wenn alles problemlos funktionieren würde 😉

Laut meines Kenntnisstandes wird das Gerät in Europa bzw. in Deutschland nicht mit einer LAN-Schnittsstelle ausgeliefert. Dafür gibt es genau wie bei den neuen Macbooks einen Adapter auf USB 3.0. In Zeiten von WLAN ist das ja auch kein Problem und deswegen verzichtete ich auf diesen Adpater. Was theoretisch kein Problem ist, ist es in der Praxis schon. Aber dazu muss ich ein wenig ausholen.

Ich habe mich bei dem Inspiron 3000 für das Modell ohne ein optisches Laufwerk entschieden. Man braucht es einfach zu selten. Für den Fall der Fälle habe ich außerdem ein SuperDrive an meinem Mac Mini hängen. Durch das fehlende Laufwerk gab es zu dem Gerät auch keine OS- oder eine Treiber-CD dazu. Das ist auch kein Problem, denn Dell hat eine Wiederherstellungspartition inklusive der benötigten Treiber vorinstalliert. Allerdings mit Windows 8.1.

Das hatte zur Folge, dass nach der Installation von Windows 7 keine passenden Treiber für das WLAN vorhanden waren. Geil oder?!

Noch ein paar Worte zur Installation von Windows 7 bevor ich genauer auf das WLAN-Treiber-Problem eingehe. Um Windows 7 installieren zu können musste ich aufgrund des fehlenden optischen Laufwerks einen bootbaaren USB-Stick erstellen. Dazu braucht man lediglich eine ISO-Datei der Windows-DVD. Das ist zum Beispiel über die Bordmittel von Yosemite kein Problem und hier recht gut beschrieben. Außerdem gibt es das bekannte UNetbootin auch für Mac OS.

Das Windows 7 möchte nur auf Festplatten mit GPT installiert werden. Dummerweise war auf der Platte aber schon ein MBR geschrieben.

Neuland \o/

Nach ein wenig Recherche fand ich diese Anleitung. Ich baute die Festplatte aus, steckte sie in ein externes Laufwerk und formatierte sie an meinem Mac entsprechend der Anleitung.

Somit verabschiedete ich mich auch gleich von Windows 8.1 und konnte im Anschluß die Installationsroutine von Windows 7 erfolgreich laufen lassen 😀

Windows bringt ja eigentlich genügend Treiber mit, mit denen die Rechner im Normalfall laufen. In meinem Fall leider nicht. Ohne WLAN war auch ein mobiler Hotspot über das iPhone schwierig.

Um das iPhone über USB als Internetzugangspunkt zu verwenden musste ich erst iTunes installieren. Narf! Echt mal wie früher mit USB-Stick (damals Diskette) hin und her rennen. Aber auch online gab es keine Treiber für mich.

Da Dell Hardware einkauft und unter ihrem Namen betreibt ist es eher schwierig Treiber direkt beim Hersteller zu bekommen. Dazu müsste man den Hersteller aber erst einmal kennen. Da der Rechner bei Dell nur mit Windows 8.1 ausgeliefert wird, ist es schwierig überhaupt für Windows 7 Treiber zu finden.

Letztendlich habe ich mir das Dell-Diagnose-Tool heruntergeladen und mein System komplett durchleuchten lassen. Immerhin hat Dell mir dann die passenden Treiber für Windows 7 ausgespuckt.

Normalerweise bin ich bei solcher Software skeptisch, aber bei einem Rechner zum basteln wo keine persönlichen Daten vorhanden sind war mir das egal. Das Ganze erfolgte natürlich nur über das per Kabel angeschlossene iPhone.

Letztendlich war es der Treiber für die Schnittstelle der WLAN-Karte. Ganz neue Technik! Zumindest für mich. Meine WLAN-Karte (Qualcomm Atheros QCA9565 / AR9565) nutzt eine m.2-Schnittstelle.

Über die m.2-Schnittstelle werden übrigens in den neuen Macbooks die Festplattenspeicher angebunden. Klein, schnell, teuer und bedingt flexibel 😉

Laut meines aktuellen Kenntnisstandes kann Yosemite diese WLAN-Karte nicht ansteuern bzw. erkennt sie nicht. Ich vermute, dass das ähnlich Gründe hat. Dazu aber später mehr wenn ich irgendwann versuche OSX auf den Dell zu bügeln.

Mit WLAN sieht die Welt schon ganz anders aus. Übrigens die unterschiedlichen Linux-Distributionen, welche ich auf dem Rechner getestet habe, haben alle die WLAN-Karte problemlos erkannt.

Mac OS X in einer virtuellen Maschine

Aktuell bin ich im Urlaub und nicht Zuhause. Da ich unterwegs nicht die gleichen Möglichkeiten wie Zuhause habe und den Rechner aber nutzen möchte, habe ich mir überlegt Mac OS X vorerst in einer virtuellen Maschine zu installieren. Bei solchen Experimenten kann ja doch mal etwas schief gehen und der Rechner funktioniert dann temporär nicht mehr.

Unter Windows geht es recht “einfach” und es gibt auch einige Anleitungen. Die Anleitung von Chip konnte ich leider nicht umsetzen. Über diese anleitung hier konnte ich eine bootbare ISO-Datei von Yosemite erstellen, allerdings nicht wie bei Chip beschriebenüber das Tool zum booten installieren.

Diese Anleitung hat bei mir letztendlich funktioniert. Allerdings auch nur mit der dort verwendeten ISO-Datei. Okay OS X läuft aber mehr schlecht als recht. Windows ist doch sehr hungrig was die Ressourcen angeht und der Dell ist nicht der Stärkste. Ich denke mit einem schmalen Linux als Host kann eine virtuelle Maschine mit OS X etwas besser laufen.

Damit soll es dann demnächst weitergehen. Immerhin läuft eine passende Linux-Distribution schon, aber das Wetter ist toll und ich mag nicht ewig tippen 😉

Bei Fragen, Ideen und Tipps bitte ich die Kommentarfunktion zu benutzen 🙂